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Zeppelinlauf
- Ultramarathon
Birgit Fauser und Ralf Faiß laufen erstmals einen Ultramarathon |
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Zum 100. Mal
jährte sich in 2006 die Notlandung eines Zeppelins in der Nähe von
Kißlegg, woran auch heute noch ein Denkmal in der Nähe des Ortsteils
Fischreute erinnert. Aus diesem Anlass organisierte das ortsansässige
Laufschuh-Fachgeschäft Laufsport-Linder einen Gedächtnislauf. Der Lauf
ging über 62 Kilometer und war in 5 Etappen geteilt, wobei den Läufern
zur Wahl gestellt wurde, eine einzelne, mehrere oder alle Etappen zu
laufen.
Über 370 Voranmelder wollten sich diesen einmaligen Lauf nicht entgehen lassen. Für die Startgebühr von 20 Euro bekam man Startnummer und Gepäckaufkleber, einen durchaus funktionellen Rucksack mit einem dem Lauf entsprechenden Aufdruck, der auch noch einige Kleinigkeiten für unterwegs enthielt. Ebenso inbegriffen waren die Streckenverpflegung, Bustransfers zum Start und zu den Etappenorten, der teilweise sehr individuell und somit aufwändig realisiert wurde. Der Veranstalter, Laufsport Linder, wollte diesen Lauf mit einem guten Zweck verbunden wissen. Der Erlös sollte dem Hospiz in Friedrichshafen zugute kommen, einer Einrichtung, die schwerkranken Menschen ein würdevolles Leben und Sterben ermöglicht.
Die Strecke führte
von Fischbach bei Kißlegg über Wangen, Amtzell, Neukirch und Tettnang
zur Arena in Friedrichshafen. Mit dabei waren auch 9 Lauffreunde der
Aulendorfer Yetis. Da dieser Lauf nicht als Wettkampf ausgeschrieben
war, konnte jeder der Teilnehmer ohne Leistungszwang etwas für seine
persönliche Ausdauerfähigkeit tun. Am Morgen des 09.04.06 betrug die Temperatur gerade mal 5°Celsius, was sich am Tag nicht wesentlich ändern sollte, dazu Dauerregen – nicht stark aber ohne Unterbruch. Am Denkmal standen ca. 120 Teilnehmer bereit, die von Achim Linder und dem Kißlegger Bürgermeister Dieter Krattenmacher begrüßt und auf die Strecke geschickt wurden. Viele wollten erst auf den folgenden Etappen dazu stoßen. Knapp 60 Teilnehmer hatten sich zumindest für die ganze Strecke eingeschrieben, aber nur ein Teil absolvierte tatsächlich die ganzen 62 Kilometer. Bekannteste Läufer, die sich die ganze Strecke nicht entgehen lassen wollten, waren wohl der Kemptener Dr. Thomas Miksch, und die Biberacherin Jutta Kolenc, - beides Teilnehmer an vielen Ultraläufen und Starter für die deutsche Nationalmannschaft der 100-km-Läufer bei Europa- und Weltmeisterschaften. Angesprochen von den Yetis entschied sich auch Birgit Fauser diesen Lauf zu bestreiten, was sie auch bravourös bewältigte und somit erstmals eine Ultradistanz zurücklegte. Gleichfalls zum ersten Mal auf dieser Distanz stellte sich Ralf Faiß in guter Verfassung vor, der gemeinsam mit Burkhard Kachold in Friedrichshafen eintraf. Dabei kann sich die Zeit von 5:15 durchaus sehen lassen. Vorher kamen lediglich die beiden bereits erwähnten Nationalteam-Mitglieder Dr. Miksch (nach 4:31) und Jutta Kolenc (ca. 5:05) ins Ziel. Die Yetis Ewald Buck, Hermann Ohlinger, Manne Stärk absolvierten jeweils 2 bzw. 3 Teilstrecken. Ricco Henkenhaf und Markus Juhas teilten sich die Strecke und ein Rad: während einer lief, begleitete ihn der andere mit dem Rad. Ludwig Stadler, der bislang die Halbmarathon-Distanz im Wettkampf lief, konnte mit 3 Etappen und damit 35 Kilometern eine beachtliche Distanz in einer für die Verhältnisse respektablen Zeit von 3:40 zurücklegen. Eine erfolgreiche Teilnahme an einem Marathon ist damit für ihn greifbare Nähe gerückt.
Dass dieser Lauf den Teilnehmern nicht nur wegen der eigenen Leistungen in Erinnerung bleiben wird, dafür sorgten neben der Streckenführung zwischen Allgäu und Bodensee vor allem die äußeren Bedingungen, die doch einiges an Willenstärke abverlangte. Da waren Regen und Kälte noch nicht das Beeindruckendste. Teilweise stark aufgeweichte Waldwege, Passagen mit knöchelhohem Schlamm werden wohl lange Zeit im Gedächtnis haften bleiben. Aber auch schöne Abschnitte, wie die Überquerung eines Sturzbaches oder die Passsage der überdachten Holzbrücke, die auf dem letzten Streckenabschnitt die Schussen überspannt, die Giessenbrücke im wildromantischen Argental und vieles andere werden dazu beitragen, dass dieser logistisch anspruchsvolle und perfekt durchorganisierte Lauf mit seinen vielen Helfern ein Meilenstein jedes Teilnehmers bleiben wird. Als Gewinner kann sich jeder Läufer fühlen, der teilgenommen hat. Denn wie abschließend in der Arena Friedrichshafen, in der auch OB Josef Büchelmeier und Zeppelin-Museumsleiter Wolfgang Meighörner zu Wort kamen, vom Veranstalter, Achim Linder verkündet wurde, können ca. 2.000 Euro als Erlös dieses Laufes an die Hospizstiftung Friedrichshafen übergeben werden.
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